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Die PET-Flasche und der kleine Teufel in uns

Die PET-Flasche und der kleine Teufel in uns

Sich ökologisch vielleicht nicht gerade vorbildlich, so zumindest bewusst zu verhalten, ist nicht ganz so einfach wie es scheint. Klar, man findet immer wieder Gelegenheiten, sein Umweltgewissen zu streicheln. Aber wenn man wirklich ehrlich ist, ändert das wenig bis nichts an der persönlichen Umweltbilanz. Schattengefechte fürs Publikum. In meinem Blog „Wir sind keine Heiligen“ möchte ich von meinem eigenen kleinen Kampf zwischen Wille und Realität berichten. Ich würde mich freuen, wenn sich die eine oder andere Person sich diesem Blog anschließen würde und per Mail an keine.heiligen@rosen-huus.com eigene Beiträge dazu einreicht.

Die Krux mit der PET-Flasche

Nicht immer sind die kleinen Schweinereien offensichtlich. Manche Dinge haben sich derart fies in unser Leben eingeschlichen, dass man sie bereits als normal ansieht und sich gar keine Gedanken mehr darüber macht. Ein solches Ding die PET-Flasche.

Klar zuhause setzen wir immer noch auf Glas. Mineralwasser in einer PET-Flasche, nur weil es bequemer ist? Nein, da sind wir stark. Das kommt uns nicht ins Haus. Wirklich?

Für eine PET-Flasche findet man immer eine Ausrede…

Tatsächlich ist das mit der Konsequenz so eine Sache. Sicher, beim Mineralwasser ist das kein Problem, denn da ist die Auswahl meist immer noch groß. Zumal wir uns den Luxus leisten, wenn immer möglich einen Bogen um Discounter zu machen. Doch schon beim Orangensaft wird die Auswahl dünner. Denn auch hier will ich meinen Fruchtsaft wann immer möglich nicht in Sondermüll (PET-Flasche oder Tetra-Pac) verpackt erwerben. Natürlich ist das im Schnitt auch hier kein Problem, wenn man Zeit zum planen.

Hat man aber nicht immer. Wobei, in den meisten Fällen ist das eine Ausrede. Etwa, wenn man wie ich heute Morgen völlig überraschend in einen Zug eingestiegen ist, um dort eine Reisestrecke von 800 km hinter sich zu bringen. Wer hätte vorher daran gedacht, dass man da flüssige oder feste Nahrungsmittel benötigen könnte?

Wer da etwas weiter in die Zukunft denkt, kann sich „unverpackt“ oder mit „zero waste“ organisieren. Wer die Konsequenzen seines Tuns jedoch erst weniger Minuten vor Reiseantritt überlegt, steht rasch vor einer sehr beschränkten Auswahl von preiswerten Getränken (und Speisen) in Bahnhofsnähe. Meist beschränken sich diese auf die bekannten Getränke eines amerikanischen Getränkegiganten und einige lokale Sorten im PET Format.

PET-Flaschen sind auf Reisen ist eher die Regel

Wie leicht ist man da versucht einfach zuzugreifen und das Böse hinter einer PET-Flasche für einmal auszublenden. Zumal eine Glasflasche angesichts des vielen Gepäcks zusätzliche Last bedeutet, die man sich gerne sparen würde.

PET hat natürlich nicht nur Nachteile. Im Vergleich zu Glas verbraucht es weniger Energie für die Produktion und den Transport. Das Problem ist, dass PET nur beschränkt wiederverwertet werden kann und am Ende verbrannt werden muss. Rohstoff weg. Dort wo nicht verbrannt wird, bleibt es uns erhalten, denn es verrottet nicht, sondern zerfällt irgendwann in kleine Bestandteile, welche dann ihren Weg über den Boden, das Wasser in unsere Nahrung findet.

Heute bin ich der Versuchung ganz bewusst widerstanden. Ich bin kein Heiliger – das gelingt mir nicht immer. Ich habe darauf vertraut, dass der „gastronomische Service“ in der Bahn funktioniert (was keine Selbstverständlichkeit ist) und sie weiterhin Glasflaschen im Angebot haben. Dafür war ich dann auch bereit, mehr als das Doppelte für eine kleinere Flasche zu bezahlen.

Hand aufs Herz: Wieviel schädlichen Ballast könnten wir der Umwelt ersparen, wenn wir

  • Besser vorausdenken würden
  • Bereit wären Unannehmlichkeiten (Gewicht, Weg, Zeitaufwand, etc.) in Kauf zu nehmen
  • Etwas mehr zu zahlen bereit wären

Sicher, eine kleine PET-Flasche ist nicht das Ding. Es ist die Summe. Und mit der Summe aller Kleinstsünden, welche wir im Alltag entgegen besseren Wissens begehen, können wir alle vermutlich mehr Umweltbelastungen vermeiden, als ein durchschnittlicher Afrikaner und viele Asiaten überhaupt ausstoßen. Das wäre doch schon was. Nicht genug, um uns damit ehrlichen Gewissens zu brüsten, aber besser als der Status-Quo.

Verbannt PET-Flaschen aus Eurem Alltag! Es ist leichter als Ihr glaubt.

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